| Kunst in der Oberstufe | ||
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Die Kunstgeschichtsepochen Mit der neunten Klasse beginnt die Oberstufe und für die Schüler die Zeit des Erwachsenwerdens. Die Pubertät reißt sie aus allen vorher liebgewordenen Bindungen, sie vereinzelt den Menschen. Jede Bindung, jedes Urteil über sich und die Welt, muß neu gegriffen werden. Es ist für den jungen Menschen wie eine zweite, oft schmerzliche Geburt. In dieser Zeit der Orientierungslosigkeit kann die Kunstgeschichte ein Halt bei der Lebenssuche sein. In den zwei Epochen der neunten Klasse wird der Weg der Menschheit geschildert und beschritten, von Ägypten bis in die Barockzeit, und weiter in der elften Klasse bis in unsere Zeit. Wie von außen erlebt der junge Mensch das Ringen der ganzen Menschheit um Selbständigkeit und Selbstverwirklichung in den Kunstwerken. Über die Kunst erfährt er, dass die Suche, auf der er sich befindet, von der Menschheit auch durchschritten wurde. Waren die Epochen in der neunten und elften Klasse mehr auf die Entwicklung der Kunst bis in unsere Tage hin ausgerichtet, so bringt die Architekturepoche der zwölften Klasse stärker die Auseinandersetzung mit dem Gegenwärtigen. Fast alle Lebensfelder fließen in die Architektur mit ein, vom sozial Menschlichen bis zum künstlerisch Schönen. So öffnet diese Epoche auch den Blick für eine mögliche Zukunft. Die Architekturepoche wird so nicht nur ein Spielgel der heutigen Bauformen sein, sondern auch versuchen, ein zeitgemäßes, aber auch zukünftiges Bild des Menschen zu finden.
Das Malen in der elften und zwölften Klasse
So wie die Farbe in ihrer Qualität von uns seelisch erlebbar ist, so lernt der Jugendliche in der elften Klasse durch das Malen seinen eigenen Seelenraum immer differenzierter zu ergreifen und in der Farbe auszudrücken. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Naturstimmungen, da sie die eigene Empfindung und die objektiven Gegebenheiten in der Welt in Einklang bringen können. Die Farbe vermittelt wie Innen und Außen, wie Naturstimmung und eigene Seelenregsamkeit den gleichen Gesetzen zugeordnet werden. Mit der Fähigkeit, der eigenen inneren Welt distanziert gegenüberstehen zu können, wird es in der zwölften Klasse möglich, die Themen frei zu gestalten. Wurde in der elften Klasse noch allgemein Seelisches berührt, so werden die Themen der zwölften Klasse ganz in das Verhältnis des einzelnen Menschen zur Welt gestellt. So steht in dieser Epoche der Mensch als Gestalt oder im Portait wie ein Leitmotiv im Mittelpunkt der Arbeit. Der Lehrer wird dabei für den Heranwachsenden immer stärker zu einem Berater und Helfer bei der Suche nach individuellen Ausdrucksmöglichkeiten. Das Plastizieren und Steinhauen in der Oberstufe Das Plastizieren beginnt an unserer Schule in der neunten Klasse. Das Platizieren mit Ton bietet hier die Möglichkeit, die Welt wirklich materiell zu ergreifen und zu begreifen. In diesem ersten Jahr werden die Grundbegriffe des Plastischen erübt, wie Tragendes und (Be-)Lastendes oder Leichtes und Schweres. In der elften Klasse steht das Erarbeiten der beseelten Plastik im Vordergrund. Der Schüler ist aus den Wirren der Pubertät herausgewachsen und kann nun auch mit einem gewissen Abstand seelische Regungen im Plastischen darstellen. Einige Beispiele wären eine trauernde Menschengruppe oder ein lachendes Portait.
So ist das Plastiziern und Steinhauen eine Willensschulung für Seele
und Geist und eine Schulung für den äußeren Tastsinn des
Menschen. Der Tastsinn ist einer der Sinne, die gerade in unserer Zeit
stark vernachlässigt werden, der aber für eine gesunde Entwicklung
des Menschen sehr bedeutsam ist.
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