Handarbeit und Werken  
 

Mit den Fingerspitzen denken lernen

Mädchen und Jungen erhalten in der unserer Schule von der ersten bis zur achten Klasse gemeinsamen Handarbeitsunterricht. Auch hier soll in sinnvoller Weise jede Entwicklungsstufe des Kindes begleitet werden, um die ihm innewohnenden Kräfte zu entfalten.

In der ersten Klasse lernen die Kinder, nachdem die Fingerspitzen durch vielerlei Tätigkeiten wie Wolle zupfen, Fingerhäkeln, Flechten, Finger-Spinnen immer geschickter wurden, das Stricken. In der zweiten Klasse erlernen die Kinder das Häkeln. Es entsteht ein schönes, großes Ballnetz, eine Flötenhülle, daneben viele kleinere Arbeiten zu den Festeszeiten. Alle Dinge, die in der Handarbeit gefertigt werden, sollten eine sinnvolle Verwendung finden und dementsprechend künstlerisch gestaltet sein, denn es geht auch um eine Ausbildung des Farbempfindens und des Schönheitssinnes.

Parallel zur Menschenkundeepoche und der Betrachtung des Hauptes stricken die Kinder ihr erstes Kleidungsstück - eine Mütze. Daneben entstehen Puppen und erste kleine Näharbeiten. Während der Umbruchsituation im neunten und zehnten Lebensjahr erfährt das neu erwachende Ich-Bewußtsein des Kindes Stärkung und Orientierung durch das Erlernen des Kreuzstiches.

In der fünften Klasse - der Gang des Kindes wird immer bewusster, verbindet sich mehr und mehr mit der Erde - erlernen die Kinder das Strümpfestricken. Einhergehend mit der physischen Entwicklung, die um das zwölfte Lebensjahr eintritt, bringt das Kind ein ganz neues Verständnis den Naturreichen entgegen. Dies wird vertieft in der Handarbeit beim Herstellen von Tieren nach eigenen Entwürfen und Schnitten.

Der Unterricht in der siebten und achten Klasse ist wiederum der Bekleidung gewidmet, die zunächst von Hand, später mit Maschine genäht wird. So entstehen Schürzen, Blusen, Jacken, Kleider und Hosen.

Kräfte gezielt und sinnvoll einzusetzen, lernen die Schüler zum Beispiel beim Korbflechten,  in der neunten Klasse. Es ist eine Umhüllung zu schaffen um eine Mitte, die immer im Bewusstsein bleiben muss, wenn eine harmonische Form entstehen soll. So erfahren die Schüler es auch in den anderen "handwerks" betonten Fächern, wie Schreinern, Metallwerken und Gartenbau.

 

 

In der zehnten Klasse erlernen die Schüler das Schneidern einer Hose, deren Schnitt sie selber professionell erstellen. Technische Zusammenhänge der Textilherstellung sollen erkannt werden. Im Schreinern wird eine mehr ins Feine in das Detail gehende Aufgabe und Arbeit ergriffen. Der Zehntklässler ist erst in der Lage so exakt zu arbeiten, wie erforderlich und hat auch das Verlangen danach.

 

Sorgfältige Planung, sinnvolle künstlerische Gestaltung und besonders exaktes Arbeiten sind unabdingbare Voraussetzungen für das Gelingen der Kartonagearbeiten in der elften Klasse und schließlich beim Buchbinden in der zwölften Klasse.


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