| Theaterspielen | ||
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| Dem Theaterspiel wird an unserer Schule eine große Bedeutung beigemessen: Von der ersten bis zur zwölften Klasse wird Theater gespielt. Mit zarter Stimme tönt es in einer ersten Klasse vielleicht so: "Du bist unsere Mutter nicht, die mit sanftrer Stimme spricht", wenn die sieben Geißlein den fremden Besuch - den bösen Wolf - nicht in ihr Haus einlassen wollen. Schon ein wenig mutiger kan es im "St. Martin"- oder "Offerus"-Spiel der zweiten oder im Spiel zur Feldbau- oder Handwerkerepoche der dritten Klasse klingen. Kräftig erschallt in der vierten Klasse der Stabreim in einem Spiel, welches die Götter- und Heldenwelt der Germanen zum Thema hat. Einen neuen Schritt kann man bei den Spielen der Mittelstufe erleben, die sich größtenteils mit dem geschichtlichen Erzählstoff beschäftigen und Griechenland und Rom zum Thema haben. Groß ist die Vilefalt der grieschischen und römischen Sagen- und Geschichtswelt: Orpheus, Odysseus, Aeneas, Hannibal u.a. treten als herausragende Persönlichkeiten hervor, möglichst von vielen kleineren Einzelrollen umgeben, wobei auch chorisches Srechen die Handlung beleben und vorwärtstreiben kann. Zum krönenden Abschluss und Höhepunkt der Klassenlehrerzeit kommt es dann im Spiel der achten Klasse, wobei alle Kräfte, die in den vielen Jahren angelegt und angeregt worden sind, zur Entfaltung kommen können: das tägliche Bemühen um ein klares und deutliches Sprechen, erübt an gemeinsamem und einzelnem Rezitieren ( Zeugnissprüche, Gedichte, Balladen und Sprachübungen); das malerische Element bei der Gestaltung des Bühnenbildes; der praktisch-handwerkliche Unterricht bei der Erstellung einzelner Requisiten und bei der Gestaltung der Kostüme. Bei der schweren Aufgabe der Stückauswahl kommt es auf dieser Klassenstufe oft schon zu einem Schauspiel aus der Weltliteratur, wobei die ersten Schritte auf dem Darstellungsgebiet der "großen Rollen" gewagt werden. Auch wenn die Rolle zum Beispiel eines "Wilhem Tell" oder einer "Jungfrau von Orleans" von Schülern dieses Alters noch nicht wirklich ausgefüllt werden kann, so ersetzt doch ein Erahnen einer solchen Ideal- und Charaktergestalt und die Unmittelbarkeit, heldisches Schicksal zu erleben, etwas, was vielleicht später nie wieder in dieser Art nachgeholt werden kann.
Jedes Klassenspiel ist als pädagogisches und soziales Geschehen von Bedeutung. Wir können im wahren Sinne des Wortes beim Theaterspiel von einem Verkörperungsvorgang sprechen. Was gestaltet und in Worte gefasster Gedanken- und Erlebnisinhalt ist, soll erlebbar auf der Bühne dargestellt werden. Das deutliche Sprechen ist die erste Stufe, Gestik und Bewegung kommen - in der jeweiligen Altersstufe angepasst - ergänzend hinzu. Dann findet das Spiel seinen Raum auf der Bühne; Kulissen, Beleuchtung, Requisiten, Kostüme und die Maske vervollständigen den Prozess. Dabei kann eine wichtige Erfahrung - vor allem bei den Schülern der Oberstufe - gemacht werden: Nichts geschieht "von allein". Der Schüler muss sich anstrengen und seinen Willen in Bewegung setzen, damit alles rechtzeitig an Ort und Stelle ist und alles "klappt". Was nicht bedacht, nicht gebracht (Requisiten), nicht gelernt wurde, fehlt! Der unzuverlässige Klassenkamerad, der Proben durch Nicht-Anwesenheit platzen lässt, erschwert die Arbeit der anderen. Die enge Verzahnung eines sozialen Miteinanders wird hautnah erlebt. Die große Kraftanstrengung, die zu einer erfolgreichen Aufführung führt, ist das entscheidende Erlebnis für die Schüler. Das Gefühl bei der Aufführung, es geschafft zu haben - das ist er pädagogische Kern des gemeinsamen Bemühens.
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